ab welcher liga verdient man geld im frauenfußball

Ab welcher Liga verdient man Geld im Frauenfußball? Gehälter & Realität
Karriere & Finanzen

Ab welcher Liga verdient man Geld im Frauenfußball?

Gehälter, Mindestlohn und die finanzielle Realität vom Amateurfußball bis zur Frauen-Bundesliga im Jahr 2026.

Der Frauenfußball boomt in Deutschland und ganz Europa wie nie zuvor. Volle Stadien bei den dfb-frauen, explodierende Einschaltquoten im Free-TV und ein historisches Zuschauer- und Einnahmenwachstum prägen das aktuelle Bild dieser dynamischen Sportart. Doch während die Stars der Nationalmannschaft bei internationalen Turnieren wie der großen frauen-em im Rampenlicht stehen, stellt sich für viele junge, ambitionierte Spielerinnen und Sportbegeisterte eine ganz existenzielle frage: Kann man von diesem sport überhaupt leben und ab welcher liga verdient man geld im frauenfussball wirklich? In diesem Artikel blicken wir hinter die Kulissen der verschiedenen deutschen ligen, analysieren die Rahmenbedingungen, vergleichen das gehalt mit dem männerfußball und klären auf, ab welchem Niveau du deinen regulären job an den Nagel hängen kannst. Wir zeigen dir, wie sich die finanzielle Situation vom absoluten amateurfußball über die regionalliga bis hin zur Elite-Klasse, der frauen-bundesliga, unterscheidet.

Die Google Pixel Frauen-Bundesliga: Der Sprung zum Vollprofi

Wer heute in der höchsten deutschen Spielklasse, der Frauen-Bundesliga, aufläuft, betritt finanziell gesehen eine ganz neue Welt. Noch vor wenigen Jahren war es die absolute Ausnahme, dass eine spielerin ausschließlich vom Kicken ihren Lebensunterhalt bestreiten konnte. Das hat sich im Zuge einer rasanten entwicklung in den letzten Spielzeiten grundlegend geändert.

Laut dem brandaktuellen saisonreport des DFB für die Spielzeit 2024/2025 (veröffentlicht im Februar 2026 vom dfb) ist das durchschnittliche monatliche Grundgehalt einer Profi-Spielerin auf rund 4.500 Euro brutto gestiegen. Im Vergleich dazu: In der Saison 2023/2024 lag das Durchschnittsgehalt noch bei etwa 4.000 euro, während es wenige jahre zuvor oft nur magere 1.500 Euro betrug. Die Steigerung liegt bei über 120 prozent in den vergangenen fünf Jahren! Diese erfreulichen zahlen belegen, wie stark die Bemühungen um eine flächendeckende professionalisierung greifen.

Wichtiger Fakt zur Gehaltsverteilung:

Obwohl das durchschnittsgehalt bei 4.500 Euro pro monat liegt, darfst du nicht vergessen, dass das Gefälle zwischen den Clubs extrem hoch ist. Während Spitzenteams wie der FC bayern münchen oder der VfL Wolfsburg ihren Top-Spielerinnen hervorragende Gehälter zahlen, kämpfen kleinere vereine am Tabellenende oft noch mit weitaus geringeren Budgets. Schätzungsweise können heute etwa 30 bis 40 Prozent aller Spielerinnen der Bundesliga komfortabel vom Sport leben, ohne einen Nebenjob auszuüben. Viele andere müssen weiterhin parallel arbeiten oder studieren.

Wenn du wissen möchtest, wie sich dieses Einkommen im Detail zusammensetzt und wie stark die Schwankungen wirklich sind, solltest du unbedingt einen Blick auf den Artikel Was verdient eine Fußballerin in der Frauen-Bundesliga werfen. Hier wird genau aufgeschlüsselt, was die Unterschiede ausmacht.

Entwicklung des durchschnittlichen Monatsgehalts in der Frauen-Bundesliga

1.500 € Vor 5 Jahren 4.000 € Saison 23/24 4.500 € Saison 24/25

Quelle: Offizielle Angaben aus dem DFB-Saisonreport 2024/25, erhoben für die 12 Bundesliga-Clubs.

Die 2. Frauen-Bundesliga: Das Nadelöhr zwischen Traum und Realität

Unterhalb der Belletage wird es finanziell spürbar enger. In der 2. Frauen-Bundesliga treffen wir auf ein sogenanntes „Hybrid-System“. Hier kicken Vollprofis, die von Erstliga-Absteigern oder finanzstarken Lizenzvereinen finanziert werden, gemeinsam mit reinen Amateurinnen, Studentinnen und Schülerinnen.

In der zweiten Liga ist ein nennenswertes gehalt die Ausnahme und kein Standard. Die meisten spielerinnen erhalten hier eine monatliche Vergütung, die sich im Bereich von 500 bis 1.500 Euro bewegt. Ein Großteil dieser Einnahmen wird steuerlich über Mini-Jobs oder als Aufwandsentschädigungen deklariert. Ein eigenständiges Leben ausschließlich durch diesen sport zu finanzieren, ist hier für fast alle Spielerinnen unmöglich. Die finanzielle Absicherung muss über eine parallele Ausbildung, ein Studium oder eine reguläre Erwerbsarbeit gesichert werden.

Trotzdem ist der Trainingsaufwand immens hoch. Oftmals stehen vier bis sechs Trainingseinheiten pro Woche auf dem Plan, hinzu kommen die oft sehr weiten Auswärtsfahrten quer durch ganz deutschland am Wochenende. Viele Akteurinnen beschreiben diese Liga daher als die mental forderndste, da der Spagat zwischen Leistungssport auf hohem niveau und beruflicher Realität tagtäglich gemeistert werden muss.

Regionalliga und Amateurfußball: Kicken für die Leidenschaft

Ab der dritthöchsten Spielklasse, der regionalliga, befinden wir uns offiziell im reinen amateurfußball. Hier wird das Wort „Verdienst“ im klassischen Sinne hinfällig. Geld fließt hier fast ausschließlich in Form einer kleinen aufwandsentschädigung, um Fahrtkosten oder Ausrüstung zu decken.

In der Regionalliga oder den darunter angesiedelten Verbandsligen kannst du im besten Fall mit Beträgen zwischen 100 und 350 Euro im Monat rechnen. Viele kleinere vereine können ihren Spielerinnen überhaupt kein festes Entgelt zahlen. Hier steht der Spaß an der Bewegung, die Teamgemeinschaft und die Liebe zum fußball im Vordergrund.

Wer in diesen Klassen aktiv ist, zahlt oft sogar drauf. Mitgliedsbeiträge für den verein, die Anschaffung eigener Fußballschuhe oder Fahrtwege zum training summieren sich im Laufe einer saison. Dennoch leisten die Amateurvereine die wichtigste Basisarbeit für den deutschen Frauenfußball – ohne sie gäbe es keinen Nachwuchs für die Elite-Ligen.

Liga-Ebene Durchschnittsgehalt (Monat) Profi-Status Zweites Standbein nötig?
1. Frauen-Bundesliga ca. 4.500 € (Grundgehalt) Ja (Vollprofi / Teilprofi) Teilweise (ca. 60% arbeiten nebenbei)
2. Frauen-Bundesliga 500 € bis 1.500 € Semi-Professionell Ja, absolut zwingend erforderlich
Regionalliga (3. Liga) 100 € bis 350 € (Aufwand) Amateur Ja, Fußball ist hier ein reines Hobby
Landesliga / Kreisklasse 0 € bis geringe Fahrtkosten Amateur Ja, reiner Freizeitsport

Die Spitzenverdienerinnen: Wer knackt die Gehaltsrekorde?

Blicken wir nun ganz nach oben, dorthin, wo die absoluten Topstars des deutschen Frauenfußballs zu Hause sind. Hier spielen Verträge mit renommierten Ausrüstern, Werbedeals und dicke Verträge bei internationalen Top-Klubs eine entscheidende Rolle. Seit dem Aufschwung nach den letzten großen Turnieren haben die Spitzengehälter im dfb-team ordentlich angezogen.

In der absoluten Spitze verdienen deutsche Nationalspielerinnen mittlerweile sehr gutes Geld. Eine der bekanntesten Vorreiterinnen ist ohne Zweifel Giulia Gwinn. Sie gehört beim FC Bayern München zu den absoluten Leistungsträgerinnen und Gesichtern der Liga. Ihr geschätztes jahresgehalt inklusive Sponsoring liegt im sechsstelligen Bereich. Ähnlich sieht es bei ihren Nationalmannschafts-Kolleginnen aus:

  • Jule Brand: Die pfeilschnelle Offensivkraft ist ein absoluter Marketing-Magnet. Details zu ihrem Verdienst findest du im Artikel Jule Brand Gehalt 2026. Nach ihrem Wechsel zu den europäischen Schwergewichten kassiert sie Spitzenbeträge.
  • Lea Schüller: Als treffsichere Stürmerin im Verein und der Nationalelf gehört sie ebenfalls zu den Top-Verdienerinnen. Erfahre mehr unter Lea Schüller Gehalt 2026.
  • Klara Bühl: Der Wirbelwind auf der Außenbahn kombiniert ein starkes Grundgehalt beim FC Bayern mit attraktiven Werbeeinnahmen. Mehr dazu gibt es unter Klara Bühl Gehalt 2026.

Diese topspielerinnen zeigen, was heute im modernen frauen-fußball möglich ist. Sie dienen als wichtige Vorbilder für die nächste Generation und beweisen, dass sich eine professionelle karriere im Sport auch finanziell lohnen kann, wenn man es ganz nach oben schafft. Wenn dich das große Ganze interessiert, empfehlen wir dir außerdem den Übersichtsartikel Wie viel verdienen Fußballerinnen, um einen globalen Vergleich zu erhalten.

Männer vs. Frauen: Warum der Gender Pay Gap so gigantisch ist

Trotz all der positiven Entwicklungen darf man die Augen vor der Realität nicht verschließen: Der Vergleich zum männerfußball tut nach wie vor weh. Während männliche Bundesligaprofis oft mehrere millionen Euro pro Jahr einstreichen, kämpfen selbst etablierte Erstliga-Spielerinnen im Frauenbereich um eine angemessene soziale und finanzielle Absicherung. Die wirtschaftlichen Mechanismen dahinter sind komplex, aber unbarmherzig:

1. TV-Gelder & Sponsoring

Die TV-Rechte der Männer-Bundesliga spülen Milliarden in die Kassen der Vereine. Im Frauenbereich wachsen die Erträge zwar rasant (auf über 43 Millionen Euro Gesamtumsatz der Liga in der Saison 2024/2025 laut DFB-Saisonreport), doch sie machen nur einen winzigen Bruchteil aus.

2. Ticketverkäufe & Stadien

Obwohl Highlight-Spiele in großen Arenen wie der Kölner RheinEnergieSTADION regelmäßig neue Zuschauerrekorde (über 35.000 Fans) brechen, liegt der wöchentliche Zuschauerschnitt bei den regulären Partien meist noch bei rund 3.000 Besuchern.

Das hat zur folge, dass die Vereine schlichtweg nicht die gleichen Gehälter zahlen können. Zudem fehlt es im Frauenbereich oft an den nötigen Strukturen für eine langfristige altersvorsorge oder eine verlässliche Einzahlung in die rentenversicherung. Viele Spielerinnen müssen deshalb bereits während ihrer aktiven Laufbahn sehr genau planen, was sie nach dem ende ihrer Karriere tun, da sie nicht ausgesorgt haben.

Zukunftsperspektiven: Wohin entwickelt sich der Markt?

Die Zeichen stehen klar auf Wachstum. Der DFB und die internationalen verbände wie die fifa pushen den Frauenfußball massiv. Durch verbesserte TV-Verträge, mehr Präsenz im Free-TV und das Engagement großer Lizenzvereine wie Bayern München oder Eintracht Frankfurt professionalisieren sich die rahmenbedingungen stetig.

Eine wichtige Debatte dreht sich in diesem Zusammenhang auch um die Einführung eines mindestlohnes für die 1. und 2. Bundesliga. Viele Expertinnen und ehemalige Spielerinnen fordern eine gesetzliche oder verbandseigene Regelung, um allen Spielerinnen der ersten Liga ein sorgenfreies Dasein als Vollprofi zu ermöglichen. Nur wenn die Athletinnen sich voll und ganz auf ihren Sport konzentrieren können – ohne nebenbei arbeiten zu müssen –, wird das sportliche Niveau weiter steigen und im internationalen Vergleich mit Top-Ligen wie in England oder den USA konkurrenzfähig bleiben.

FAQ – Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Gibt es einen Mindestlohn in der Frauen-Bundesliga?

Nein, aktuell gibt es keinen festgeschriebenen Mindestlohn durch den DFB. Die Gehälter werden frei verhandelt. Allerdings fordern immer mehr Stimmen aus dem Sport eine solche Absicherung, um die Chancengleichheit zu wahren.

Ab welcher Liga kann man im Frauenfußball vom Gehalt leben?

Realistisch gesehen erst ab der 1. Frauen-Bundesliga. Und selbst dort gelingt dies nicht jeder Spielerin. In der 2. Bundesliga und darunter ist ein zusätzlicher Job oder ein Studium zur Finanzierung des Lebensunterhalts zwingend erforderlich.

Wie viel verdient man in der Regionalliga?

In der Regionalliga der Frauen erhältst du meist nur eine Aufwandsentschädigung (z.B. Fahrtkostenerstattung) von rund 100 bis 350 Euro im Monat. Viele Vereine können aufgrund knapper Budgets gar kein Geld zahlen.

Zahlen Männer-Lizenzvereine bessere Gehälter?

Ja, in der Regel schon. Vereine wie der FC Bayern München oder der VfL Wolfsburg können durch die finanzielle Kraft ihrer Herrenabteilungen deutlich bessere Gehälter und professionellere Trainingsbedingungen für ihre Frauen-Teams bereitstellen als reine Frauenfußball-Clubs.

Dieser Blogbeitrag dient zur allgemeinen Information über die Gehaltsstrukturen im deutschen Frauenfußball im Jahr 2026. Sämtliche Gehaltsangaben basieren auf öffentlich zugänglichen Berichten des DFB (Saisonreport 2024/2025) sowie verlässlichen Medienberichten (u.a. BILD-Gehaltsreportagen 2025/2026) und stellen Schätzungen dar.

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